Mittwoch, 22. März 2017

Palmen und Phantomschmerz


Mit Palmen und Phantomschmerz ist Herrn Eigner ein toller Nachfolger seines Kammerflimmern und Klabusterbeeren gelungen. Es ist reifer, erwachsener geworden. Dieses Buch ist nicht nur ein tolles Leseerlebnis, nein es berührt. Seinem Humor ist der Autor treu geblieben, gewürzt jedoch mit tiefen Emotionen, tief im Herzen zu spüren, mit einem gewissen Nachklang. Man schlägt dieses Buch nicht einfach zu, ohne der Geschichte nachzuhängen. Ich hatte auch das Gefühl, eine gewisse Schwermut während des Lesens zu spüren. Das tolle an diesem Buch ist auch wieder die musikalische Untermalung. Szenen werden damit verstärkt, mehr Dramatik verliehen, genauso aber auch aufgelockert. Wundervoll.
Auf YouTube hat man auch gleich die Möglichkeit, die Playlist anzuhören, ohne extra die Titel suchen zu müssen. Toll gelöst.
Ich war auf jeden Fall hin und weg. Schon allein den Prolog zu lesen, hat mich das erste Mal zum Taschentuch greifen lassen und mein Seelentröster war auch sehr schnell aufgegessen. :) Das zeugt aber für mich für ein gutes Buch. Mitnehmen, vom Alltag entfliehen, neue Welten entdecken.


Es sollte aber erwähnt werden, dass Teil 2 nicht in dem Stil wie Teil 1 fortgesetzt wurde. Ich denke, man kann diesen auch ohne Teil 1 zu kennen lesen, würde aber, um den Zusammenhang zu verstehen, die Reihenfolge einhalten.

Damit wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken,

Eure

Mauritza.

Palmen und Phantomschmerz hier zu kaufen.

Meine Rezi, wer mag, natürlich auch dazu.

Rezension

Cover
Das Cover mit seinem Bezug auf den Protagonisten und seiner Begleiter ist wieder in einer leichten witzigen Art dargestellt, deren Bedeutung im Buch ersichtlich wird. Es reiht sich somit optisch wie auch farblich passend zu seinem Vorgänger ein.

Protas
Benny Brandstätter, Ben, gewährt uns einen Einblick, in seine neue Heimat, Costa Rica. Er nimmt uns mit, wie er seinen Tag verlebt, vom Hängemattenchilling über die perfekte Welle oder einen Streifzug durch die verschiedensten Whiskys Schottland. Doch was er uns am meisten mitteilt, ist sein gebrochenes Herz, seine verletzte Seele, die sich oft auf das Gemüt des jungen Arztes schlägt.
Genauso lernen wir seine Perle kennen, seine Küchenhexe liebevoll Yoani genannt, die in diesem Buch eine wichtige Rolle einnimmt, ihm „Feuer unterm Arsch“ macht und in gewisser Weise auf ihn aufpasst. Ebenso auch aus seinen Tiefs herausholt, ohne ihn damit direkt zu konfrontieren. So, wie es eigentlich nur Mütter können, auf ihre indirekte subtile Art.
Zum Glück schleichen sich auch immer wieder neue Bekanntschaften-Freunde-in sein Leben, die wir als Leser in einer humoristischen Art und Weise beschrieben bekommen, dass man einfach nur das Gefühl hat, sich im gleichen Raum zu befinden und diesen Gesprächen zu lauschen. Doch es herrscht nicht nur eitel Sonnenschein im Paradies. Um ein weiteres Mal wird Ben das Herz gebrochen. Mein erster Gedanke, diese Bitch.
Aber Ben wäre nicht er, wenn er nicht das Beste daraus machen würde. Pura Vida!

Schreibe
Dieses Buch hat Tiefe. Das merkt man auch am Schreibstil. Es kommt zwar mit einer lockeren leichten Art daher, ist wieder mit super Dialogen gespickt, jedoch schwebt immer eine Schwermut mit, die mich ums eine oder andere Mal sehr mitgenommen hat.
Besonders gut gelungen sind die Rückblendungen, die dem Ganzen eine noch größere emotionale Tiefe geben.
Genauso faszinierend sind die tollen Beschreibungen seiner neuen Heimat. Fernweh garantiert.

Spannungsbogen
Dieses Buch ist wie ein Gummiband unter ständiger Spannung. Es packt einem von der ersten Zeile und das hält bis zum Ende an. Es unterhält mit seiner eigenen Melodie, die im Nachklang noch summt.

Taschentuchfaktor
Die habe ich definitiv gebraucht. Nicht nur musste ich den Anfang zweimal lesen, nein, auch im Buch wurde mir mein Herz des Öfteren sehr schwer. Auch der Schluss versetzte mir den finalen Stoß. Ja, Wolke 7 gibt es bestimmt nur einmal im Leben, passen wir sehr gut darauf auf, solange wir mit ihr schweben.

Romantikfaktor
Bezogen, dass sein Chico nicht immer ruhig gestellt werden kann, Backpacker oft ein gutes Mittel zum Zweck sind, lebt das Buch von anderen Werten. Es ist dieser Tiefgang, diese Emotionen, die das Buch ausmachen. Einige Fantasien erfahren wir jedoch als Gedankengut, was mir aber ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat. Ben ist halt auch nur ein Mann, in der vollsten Blüte seines Lebens.

Fazit
Ein für mich wahnsinnig berührendes Buch. Witzige Dialoge, die wirklich eine eigene Art des Humors haben, der so trocken daher kommt, dass man unwillkürlich lauthals loslacht. Aber auch die feinen leisen Töne, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderes machen, überzeugen. Pura Vida!
Ich finde mit Band 2 hat Herr Eigner noch eins drauf gesetzt. Es ist gereifter, erwachsener.
Verdiente 5 Sterne.


1 Kommentar:

  1. Schön geschrieben und wenn ich Zeit finde lese ich das auch mal. Will auch mal Wissen, wie sich das Pura Vida! anfühlt.

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