Freitag, 28. April 2017

Conflict - Begehren


"Conflict: Begehren (Conflict-Reihe 1)" von Raine Mog
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Diese Woche hatte ich das Vergnügen, ein Rezensionsexemplar zu "Conflict-Begehren" von Raine Mog zu lesen.
Der Klappentext klang schon mal sehr vielversprechend. Vor allem das Thema selber ist auch sehr heftig. Nicht jeder Leser mag sich damit auseinander setzen wollen oder dieses "Was wäre wenn" durchspielen. Jedoch mal über den Tellerrand schauen und sich von einer Geschichte leiten lassen, kann auch sehr inspirierend und nachdenkend wirken.

Kurz vor der Hochzeit wird das Brautpaar auf eine harte Probe gestellt. Nur ist es dieses Mal nicht der untreue Verlobte, nein, die Dame begeht einen folgenschweren Fehler. Es stellt sich im Laufe des Buches die Frage, war es ein Fehler? Oder warum geht Frau fremd? In einer schönen Art gelingt es der Autorin den Leser von ihren Gedanken zu erzählen. Die Zerrissenheit, die man haben kann. Welche Entscheidung man treffen sollte oder auch nicht? Denn, welche ist die richtige? Hört man auf sein Herz oder auf den Verstand? Doch was macht man, wenn Herz und Verstand auch nicht mehr richtig zur Entscheidung beitragen? Denn in so einer Geschichte kann es keine Gewinner geben, letztendlich auch keine Verlierer. Jeder wird immer auf eine für sich zu verarbeitenden Art damit zu kämpfen haben.
Naturgewalten, denen sich die Prota versucht zu entziehen. Aber wie schon der Name sagt, Naturgewalten, denen kann man sich nicht entziehen. Die haben ihren eigenen Lauf. Und so lässt sich Viola (Prota) auf dieses Spiel ein.

Es ist der Debutroman von Raine Mog. Manchmal war ich jedoch nicht ganz so gefesselt, wie es das Buch gerne gehabt hätte. Ich habe mich zu schnell ablenken lassen. Für mich war es etwas störend, dass die Zerrissenheit der Gefühle, so sehr ich sie nachvollziehen kann, immer wieder in jedem Kapitel aufgetischt wurden. Jedoch hatte ich nicht das Gefühl, neue Erfahrungen oder Informationen zu erhalten.

Allerdings schafft es die Autorin, dieses Thema sehr gut an den Mann zu bringen. Emotionen in dem Dreiergespann zu beschreiben, Zweifel aufkommen lassen, sich selber zu hinterfragen. Vor allem aber, den Leser bis zum Schluss an die Geschichte zu fesseln, da man ja wissen will, wie es ausgeht. Daher verdient es von mir sehr gute 4 Sterne.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen

Eure Mauritza.

Anbei natürlich auch meine Rezension.

Cover
Eine schöne Kombination des Hintergrundes als Nachthimmel mit der im Vordergrund stehenden Frau. In Anlehnung an die Story sehr gut gelungen, da die einzelnen Bildstückchen in dieser eine Erklärung finden.

Prota:
Viola
Auf ihrer Junggesellinnenparty erlebt Viola ihr kleines Abenteuer. Und genau das reißt sie aus ihrem beständigen Leben. Sie, die einst so unbeschwerte, Quirrlige, merkt, dass sie jetzt, nach Jahren, festgefahren ist. Nach ihrem ONS hadert sie mit sich selbst, hört in sich hinein; findet kein Anzeichen für ein schlechtes Gewissen. Ist das schon der Anfang vom Ende?
Liam, mit seiner unkomplizierten Art, übt eine gewisse Macht über sie aus, holt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus und letztendlich muss sie sich eingestehen, dass er ihr das Gefühl gibt, sie selbst zu sein. Mit ihm erlebt sie wieder die Unbeschwertheit, die sie immer ausgemacht hat. Doch ist es sie selber oder der Alltag, der sie zu den Menschen hat werden lassen?
Noah, der Verlobte von Vio, bekommt hier in diesem Buch eher die Rolle des Zurückhaltenden. Der Mann, der einen Plan vom Leben hat und Viola über alles liebt. Doch auch er hat mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen. Werden sie es schaffen, die Dämonen zu bekämpfen?

Schreibstil & Inhalt:
Noch 28 Tage zur Hochzeit. Abwärtszählend werden wir in Tagen dem freudigen Ereignis hingeführt. Vom Schreibstil her war es für mich manchmal mühselig beim Thema zu bleiben. Es hat mich nicht richtig gepackt, der Story die notwendige Aufmerksamkeit zu geben. Obwohl die Sprache selber einfach gehalten, haben mich die vielen Gefühlswiederholungen gestört. Gesagtes/Gedachtes wurde in meinen Augen zu oft wiederholt, ohne eine wichtige Aussage.

Mit Liam hat Vi das Gefühl, sie selbst sein zu dürfen. Frei zu sein. Nicht zu hinterfragen, ob und was andere über sie denken. Wie sie nach außen wirkt. Durch Einblenden immer wieder kleiner Flashbacks, Sätze, die gesagt wurden, Situationen, die bei Vi eine Erinnerung hervorrufen, lassen sie immer an kleine Fragmente erinnern, ihr Tun, ihr Leben, ihre Liebe in Frage zu stellen.

Spannungsbogen:
Wenn man mal von den vielen Wiederholungen absieht, war das Thema ein sehr energiegeladenes. Als Leser will man natürlich wissen, wie geht es aus, wie verhalten sich die einzelnen Akteure im Buch. Das hat die Autorin bis zum Schluss sehr gut hinbekommen, den Leser im Ungewissen zu lassen, zu spekulieren.

Taschentuchfaktor:
Ich muss gestehen, dass ich im letzten Drittel des Buches doch die ein oder andere Träne vergossen habe. Es hat mich nicht kalt gelassen. Egal, ob es aus Sicht Noahs, Liams oder auch Violas betrachtet wurde.

Erotikfaktor:
Schon allein der Anfang lädt den Leser gleich in eine heiße Szene ein. Auch weitere wurden im Buch sehr glaubwürdig und schön beschrieben. Das Kopfkino wurde angeschmissen. Gefühle, Empfindungen konnten gut nachempfunden werden.

Snippet:

... Sie musste weitergehen, obwohl sie auf dem Seil des Lebes taumelte, bereit, ihr Leben in der neu gewonnenen Sicherheit zu verändern. Der Boden unter ihr widersetzte sich ihr nicht.
Und ließ sie neue Hoffnung spüren. ..

... Egal, wie oft sie sich küssten, egal, wie oft er sie in den Arm nahm und sich ihre Lippen trafen - es blieb ein aufregender Zauber zwischen ihnen bestehen, der ihre Gefühle magisch tanzen ließ. Für eine kurzen Moment wünschte sie, die Zweisamkeit mit ihm ausleben zu können und mit ihm zu schlafen, an nichts zu denken und sich vollkommen fallen zu lassen.
Richtig und falsch. Weiß und schwarz. ...

Fazit:
Die Zerrissenheit der Gefühle, wenn man einen Fehler begeht und kurz vor der Hochzeit steht. Wie soll es weiter gehen? So tun als wäre nichts geschehen oder alles hinschmeißen? Wie geht man selber damit um. Kann ich damit leben oder frisst es mich auf. Vor allem aber, stellt sich die Frage, warum ist es geschehen, was ist anders und wieso werde ich zum Wiederholungstäter. Ein sehr schweres Thema, wo man als Leser oftmals selber ins Grübeln kommt und nicht weiß, wie hätte ich entschieden. Man leidet sozusagen mit Viola mit und möchte am liebsten Noah in die Arme nehmen. Aber manchmal müssen Dinge einfach geschehen, um sie zu verstehen.

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